Gehörschutz für Beschäftigte in Schulen und Kitas in Berlin

Wann persönlicher Gehörschutz infrage kommt, wo seine Grenzen liegen und wie wir Sie in Berlin-Lichtenberg beraten.

Kinderstimmen, Bewegungsspiele, klapperndes Geschirr, Musik oder Maschinen im Werkraum: In Kita und Schule wird es oft laut. Viele Beschäftigte sind am Ende des Tages erschöpft. Diese Seite ordnet ein, wann persönlicher Gehörschutz sinnvoll sein kann und wann andere Maßnahmen wichtiger sind. Einen Überblick über alle Einsatzbereiche finden Sie in unserer Gehörschutz-Übersicht.

Störender Lärm oder Gefahr für das Gehör?

Nicht jeder Lärm schädigt das Gehör. Laut der Berufsgenossenschaft BGW zeigen Schallpegelmessungen, dass eine gehörschädigende Wirkung in Kitas mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. Im Vordergrund stehen andere Folgen: Stress, Erschöpfung und eine stark beanspruchte Stimme, weil man gegen den Lärm ansprechen muss. Anders kann es bei einzelnen Tätigkeiten aussehen, etwa an lauten Maschinen. Ob eine Gefährdung des Gehörs vorliegt, klärt die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers.

Zuerst den Lärm verringern

Im Arbeitsschutz gilt die Reihenfolge technisch, organisatorisch, persönlich. Für Kitas nennt die Unfallkasse Berlin unter anderem Schallabsorber an Wänden und Decken, schalldämpfende Möbel und Textilien, Regeln und Rituale sowie die Verteilung von Spielen, Lernen und Ausruhen auf verschiedene Räume und Zeiten. Die BGW ergänzt kleine Hilfen wie Filzgleiter unter Stühlen und pädagogische Mittel wie eine gut eingeführte Lärmampel. Gehörschutz ersetzt diese Maßnahmen nicht, denn er bekämpft nicht die Ursache.

Die besondere Situation in Kitas

In der Kita kommt es auf Zuwendung und Sprache an. Kinder lernen sprechen, indem sie gut verstehen, und Fachkräfte müssen Kinder hören und ansprechbar bleiben. Die Unfallkasse Berlin hält Gehörschutz deshalb erst für ratsam, wenn bauliche und organisatorische Maßnahmen ausgeschöpft sind, und dann nur kurzzeitig bei außergewöhnlichen Lärmspitzen. Die BGW sieht persönlichen Schutz als mögliche punktuelle Ergänzung, etwa in der Eingewöhnung. Ein ganztägiges Tragen im Gruppenalltag ist damit nicht gemeint.

Musik- und Werkunterricht in Schulen

In Schulen hängt die Lage vom Fach und von der Tätigkeit ab. Im Technikunterricht ist Gehörschutz an Maschinen mit hoher Lärmbelastung, zum Beispiel an einer Kreissäge, laut dem Portal „Sichere Schule“ Pflicht. Der Sachkostenträger muss ihn kostenlos bereitstellen. Für das Musizieren, etwa im Schulorchester, nennt das Portal neben Abstand, schallabsorbierenden Flächen und Lärmpausen auch geeigneten Gehörschutz wie Otoplastiken. Für den normalen Unterricht im Klassenraum folgt daraus keine allgemeine Empfehlung. Mehr zum Thema Musik lesen Sie auf unserer Seite Gehörschutz für Musiker.

Worauf es bei der Auswahl ankommt

Auch Filter, die möglichst gleichmäßig dämmen, machen alles leiser, auch Sprache. Ob ein Gehörschutz zu Ihrer Tätigkeit passt, muss im Einzelfall beurteilt werden. Für alle Bauformen gibt es Produkte mit niedriger und hoher Dämmung. Eine Maßanfertigung ist nicht automatisch die bessere Wahl, kann bei häufigem Tragen aber angenehmer sitzen. Gehörschutz-Otoplastiken brauchen vor der ersten Verwendung und danach spätestens alle drei Jahre eine Funktionskontrolle.

Wer trägt die Kosten?

Ist Gehörschutz als Schutzmaßnahme erforderlich, trägt der Arbeitgeber die Kosten. Beschäftigten dürfen sie nicht auferlegt werden (§ 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz). Ein privat gewünschter Gehörschutz ist davon zu unterscheiden. Zuschussprogramme anderer Branchen, etwa die Prämie der BG BAU für die Bauwirtschaft, gelten für Schulen und Kitas nicht.

Beratung und Ohrabdruck in Berlin-Lichtenberg

sonaris Hörakustik berät Beschäftigte, Einrichtungsleitungen und Träger aus ganz Berlin, zum Beispiel aus Mitte, an unserem Standort in der Bürgerheimstraße 19 in Berlin-Lichtenberg. Wir besprechen Ihre Situation, zeigen Ihnen verschiedene Möglichkeiten und nehmen bei Bedarf den Ohrabdruck für einen maßgefertigten Gehörschutz, den wir in Zusammenarbeit mit Hörluchs anfertigen lassen. Ob Gehörschutz an Ihrem Arbeitsplatz erforderlich ist, entscheidet die Gefährdungsbeurteilung, nicht wir.

Beratung anfragen 030 – 60 40 27 48

Häufige Fragen

Nein. Die Unfallkasse Berlin hält Gehörschutz in Kitas erst für ratsam, wenn bauliche und organisatorische Maßnahmen ausgeschöpft sind, und dann nur kurzzeitig bei außergewöhnlichen Lärmspitzen.

Gehörschutz macht alles leiser, auch Stimmen und Warnsignale. Wie gut Sie Kinder und Kolleginnen verstehen, hängt von Dämmung, Sitz und Situation ab. Probieren Sie das vor dem Einsatz aus.

Ist er als Schutzmaßnahme erforderlich, der Arbeitgeber. Möchten Sie privat einen Gehörschutz, zahlen Sie ihn selbst. Wir beraten Sie in beiden Fällen.

Quellen

Alle Quellen abgerufen am 26.10.2026.

  1. Unfallkasse Berlin: Lärmprävention: Auf dem Weg zur leisen Kita. unfallkasse-berlin.de
  2. BGW: Geht’s auch leiser? Maßnahmen gegen Lärm, BGW magazin 4/2025. bgw-online.de
  3. DGUV, Sachgebiet Gehörschutz: Häufig gestellte Fragen zu Gehörschutz. dguv.de
  4. Sichere Schule: Persönliche Schutzausrüstung im Technikunterricht. sichere-schule.de
  5. Sichere Schule: Musizieren. sichere-schule.de
  6. Gesetze im Internet: § 3 Arbeitsschutzgesetz. gesetze-im-internet.de

Fragen zum Gehörschutz in Kita oder Schule?

Wir beraten Beschäftigte, Leitungen und Träger an unserem Standort in Berlin-Lichtenberg.

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