Wissenswertes rund ums Hören

Von der Anatomie des Ohrs bis zur modernsten Hörgerätetechnologie, umfassend, verständlich und wissenschaftlich fundiert erklärt.

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Statistiken Das Ohr Hörverlust Schweregrade Warnsignale Audiogramm Dezibel Tinnitus Hörgeräte Gehörschutz FAQ Glossar

Hören in Zahlen

Was die Wissenschaft über Hörverlust weltweit und in Deutschland weiß

1,5 Mrd.
Menschen weltweit leben mit einem Hörverlust
430 Mio.
Erwachsene haben laut WHO einen behandlungsbedürftigen Hörverlust
10 Mio.
Menschen in Deutschland schätzen ihr Hörvermögen als gemindert ein
1 von 5
Erwachsene in Deutschland hat Probleme mit dem Hören
10 Jahre
warten Betroffene im Durchschnitt, bevor sie Hilfe suchen
2,7 Mio.
Menschen in Deutschland haben chronischen Tinnitus

Warum frühzeitig handeln?

Unbehandelter Hörverlust wird mit einem bis zu 5-fach erhöhten Demenzrisiko in Verbindung gebracht (Lancet Commission on Dementia, 2020). Hörgeräte können dieses Risiko signifikant senken. Außerdem steht Schwerhörigkeit in Zusammenhang mit sozialer Isolation, Depression und verminderter Lebensqualität.

Die gute Nachricht: Modernes Hörgeräte-Fitting verbessert die Lebensqualität nachweislich, und der Hörtest bei Sonaris ist vollständig kostenlos und unverbindlich.

Wie funktioniert das Hören?

Die faszinierende Anatomie des menschlichen Ohrs, Schritt für Schritt erklärt

Das menschliche Ohr ist eines der komplexesten Sinnesorgane. Es empfängt Schallwellen und wandelt sie in elektrische Signale um, die das Gehirn als Klang interpretiert, in Millisekunden, bei Frequenzen zwischen 20 und 20.000 Hz.

Anatomie des menschlichen Ohrs, Außenohr, Mittelohr und Innenohr mit nummerierten Strukturen
Anatomie des menschlichen Ohrs, Schallweg von der Ohrmuschel über die Gehörknöchelchen zur Cochlea und weiter zum Gehirn
1

Außenohr

Die Ohrmuschel fängt Schallwellen auf und bündelt sie in Richtung Gehörgang. Der Schall trifft auf das Trommelfell und versetzt es in Schwingung.

2

Mittelohr

Die drei kleinsten Knochen des Körpers, Hammer, Amboss und Steigbügel, verstärken die Schwingungen um das 22-fache und leiten sie weiter.

3

Innenohr (Cochlea)

Die Hörschnecke enthält rund 15.000–16.000 Haarzellen, die mechanische Schwingungen in elektrische Nervenimpulse umwandeln.

4

Hörnerv & Gehirn

Der Hörnerv leitet die Impulse an den Hörkortex im Schläfenlappen weiter. Erst dort werden Klänge als Sprache, Musik oder Geräusch interpretiert.

Die drei Ohrbereiche

  • Außenohr: Ohrmuschel + Gehörgang + Trommelfell, sammelt und leitet Schall
  • Mittelohr: Hammer, Amboss, Steigbügel + Eustachische Röhre, verstärkt
  • Innenohr: Cochlea + Bogengänge (Gleichgewicht) + Haarzellen, wandelt um
  • Hörnerv: Verbindet Innenohr mit Gehirn, übermittelt elektrische Signale
  • Hörkortex: Im Schläfenlappen, verarbeitet und interpretiert Klänge

Faszinierende Fakten

  • Das Ohr verarbeitet Schall in weniger als 0,01 Sekunden
  • Haarzellen regenerieren sich beim Menschen nicht, jeder Verlust ist dauerhaft
  • Das Gehör ist der einzige Sinn, der 24 Stunden aktiv bleibt, auch im Schlaf
  • Menschen können bis zu 400.000 verschiedene Klänge unterscheiden
  • Die Bogengänge im Innenohr steuern unser Gleichgewicht, nicht das Hören

Hörverlust, Arten und Ursachen

Nicht alle Hörprobleme sind gleich, die Unterscheidung ist entscheidend für die Behandlung

🔶 Schallleitungsschwerhörigkeit

Störung im Außen- oder Mittelohr. Der Schall kann nicht korrekt weitergeleitet werden. Oft behandelbar oder heilbar.

  • Ohrenschmalz-Pfropf (Cerumen)
  • Mittelohrentzündung (Otitis media)
  • Trommelfellperforation
  • Otosklerose (Verknöcherung der Gehörknöchelchen)
  • Fremdkörper im Gehörgang
  • Eustachische Rohrdysfunktion

🔴 Schallempfindungsschwerhörigkeit

Störung im Innenohr oder Hörnerv. Haarzellen sind dauerhaft geschädigt. Nicht heilbar, aber mit Hörgeräten ausgleichbar.

  • Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis)
  • Lärmschwerhörigkeit (beruflich oder Freizeit)
  • Hörsturz
  • Ototoxische Medikamente (z. B. bestimmte Antibiotika)
  • Virusinfektionen (Mumps, Masern, Röteln)
  • Genetische Faktoren

🟡 Kombinierte Schwerhörigkeit & Zentrale Hörstörung

Bei einer kombinierten Schwerhörigkeit liegen sowohl Schalleitungs- als auch Schallempfindungsanteile vor. Eine zentrale Hörstörung betrifft die Verarbeitung im Gehirn selbst (z. B. bei Schlaganfall, Demenz, ADHS).

Häufige Ursachen im Detail

Altersschwerhörigkeit

Ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Hörfähigkeit natürlich ab, zunächst hohe Frequenzen. Jeder dritte über 65-Jährige ist betroffen. Medizinisch: Presbyakusis.

Lärmschwerhörigkeit

Ab 85 dB werden Haarzellen dauerhaft geschädigt. 100% vermeidbar, aber nicht heilbar. Häufigste Berufskrankheit in Deutschland.

Medikamente (ototoxisch)

Über 200 Substanzen können das Innenohr schädigen. Dazu zählen Aminoglykoside, Cisplatin, hohe Aspirin-Dosen und Schleifendiuretika.

Erkrankungen & Genetik

Diabetes und Bluthochdruck erhöhen das Risiko. Genetische Ursachen sind für 50–60 % aller angeborenen Hörverluste verantwortlich.

Schweregrade nach WHO

Die internationale Klassifikation von Hörverlust nach Dezibel-Werten

Die WHO klassifiziert Hörverlust nach dem durchschnittlichen Hörverlust in dB HL bei 500, 1.000, 2.000 und 4.000 Hz des besser hörenden Ohrs.

Grad Bezeichnung Hörverlust (dB HL) Alltagsauswirkungen Versorgung
Grad 0 Normal< 25 dB Keine Einschränkung
Grad 1 Leichtgradig25–40 dB Flüstersprache schwer verständlich, Gespräche in Lärm erschwert Beratung, ggf. Hörgerät
Grad 2 Mittelgradig40–60 dB Normales Gespräch schwer verständlich, TV lauter gestellt Hörgerät empfohlen
Grad 3 Hochgradig60–80 dB Nur laute Geräusche verständlich, Kommunikation stark eingeschränkt Hörgerät dringend / CI
Grad 4 An Taubheit grenzend> 80 dB Kaum oder kein Hörvermögen Cochlea-Implantat

CI = Cochlea-Implantat | dB HL = Dezibel Hörverlust (Hearing Level)

Warnsignale, Wann zum Hörakustiker?

Diese Zeichen sollten Sie ernst nehmen

Sie bitten Gesprächspartner häufig, Sätze zu wiederholen

Sie stellen den Fernseher lauter als früher ein

Sie haben Schwierigkeiten, Gesprächen in lauter Umgebung zu folgen

Telefonate fallen Ihnen schwer oder Sie meiden sie

Sie hören Sibilanten wie „s", „f", „sch" schlecht

Sie nehmen Umgebungsgeräusche wie Vogelgezwitscher kaum noch wahr

Sie haben Ohrgeräusche (Pfeifen, Rauschen, Summen)

Andere Menschen beschweren sich über Ihre Lautstärke

Sie verstehen Gespräche von der Seite oder von hinten kaum

Sie meiden soziale Situationen wegen Verstehensschwierigkeiten

Plötzlicher Hörverlust auf einem oder beiden Ohren (Notfall!)

Schwindel oder Gleichgewichtsprobleme in Kombination mit Hörverlust

Hörsturz, medizinischer Notfall

Ein plötzlicher einseitiger Hörverlust (Hörsturz) ist ein medizinischer Notfall. Sofort zum HNO-Arzt oder in die Notaufnahme, innerhalb von 24–48 Stunden ist die Chance auf vollständige Genesung am höchsten.

Das Audiogramm verstehen

So lesen Sie Ihren Hörtest-Befund

Ein Audiogramm ist die grafische Darstellung Ihrer Hörschwelle. Es zeigt, ab welcher Lautstärke (in dB) Sie bei verschiedenen Frequenzen (in Hz) hören können. Das rechte Ohr wird mit einem Kreis (○), das linke mit einem Kreuz (×) markiert.

Sprachbereich 250 500 1.000 2.000 4.000 8.000 Frequenz (Hz) 0 20 40 60 80 100 Hörverlust (dB HL) Normal Leicht Mittel Schwer Normales Hören (○ = rechts) Altersschwerhörigkeit (× = links)
Beispiel-Audiogramm: Grüne Kreise = normales Hören bei ~10 dB. Rote Kreuze = typisches Presbyakusis-Muster mit abfallendem Hochtonverlust. Gelb hinterlegt: Sprachbereich 500–4.000 Hz.

Die Achsen des Audiogramms

  • X-Achse (horizontal): Frequenz in Hz, von tief (links: 250 Hz) bis hoch (rechts: 8.000 Hz)
  • Y-Achse (vertikal): Lautstärke in dB, oben = leise, unten = laut (0 dB = normales Hören)
  • Sprachbereich: Der Bereich 500–4.000 Hz umfasst die meisten Sprachlaute
  • Normale Hörschwelle: Alle Messwerte zwischen 0 und 20 dB HL gelten als normal
  • Luftleitung vs. Knochenleitung: Vergleich zeigt, ob Schallleitung oder Innenohr betroffen ist

Was zeigt das Audiogramm?

  • Je tiefer die Kurve im Diagramm, desto stärker der Hörverlust bei dieser Frequenz
  • Abfallende Kurve rechts = Hochtonverlust (typisch für Alter und Lärm)
  • Flache Kurve = gleichmäßiger Verlust über alle Frequenzen
  • Nur tiefe Frequenzen betroffen = Tieftonverlust (z. B. Morbus Menière)
  • Kerbe bei 4.000 Hz = klassisches Zeichen für Lärmschädigung

Dezibel, Lautstärke im Alltag

Wann wird Schall gefährlich für Ihre Ohren?

0 dB
Absolute Stille / Hörschwelle
20 dB
Blätterrascheln, ruhiges Atmen
40 dB
Ruhige Wohnung, Bibliothek
60 dB
Normales Gespräch
70 dB
Staubsauger, belebte Straße
85 dB
⚠️ Grenzwert Arbeitsstätte, ab hier Gehörschutz
95 dB
Motorrad, Kettensäge
105 dB
🔴 Konzert, Diskothek, Schaden nach 1 Std.
120 dB
🔴 Düsenflugzeug, Schmerzgrenze
140 dB
🔴 Schuss, Explosion, sofortige Hörschädigung

Die Dezibel-Falle: Kleine Unterschiede, große Wirkung

Die Dezibel-Skala ist logarithmisch: 10 dB mehr bedeuten eine 10-fach höhere Schallintensität. Eine Erhöhung um 3 dB halbiert die sichere Expositionszeit. Bei 88 dB (statt 85 dB) ist nur noch die halbe Expositionszeit sicher.

Tinnitus, Das Ohrgeräusch

Rauschen, Pfeifen, Summen, wenn das Ohr Geräusche produziert, die es nicht gibt

Tinnitus bezeichnet das Wahrnehmen von Geräuschen ohne äußere Schallquelle. Er kann als Pfeifen, Rauschen, Summen, Zischen oder Brummen auftreten. Rund 10–12 % der deutschen Bevölkerung sind betroffen, 8–10 Millionen Menschen.

Akuter Tinnitus (bis 3 Monate)

Entsteht häufig nach Lärmereignissen, bei Hörsturz oder Stress. Heilungschancen sind gut, wenn schnell behandelt wird. Sofortige HNO-Vorstellung empfohlen.

Chronischer Tinnitus (ab 3 Monate)

In Deutschland leiden 2,7 Millionen Menschen daran. Durch Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT), kognitive Verhaltenstherapie und Hörgeräte deutlich linderbar.

Häufige Ursachen

  • Lärm- und Knalltrauma
  • Hörsturz
  • Altersschwerhörigkeit
  • Stress und psychische Belastung
  • Durchblutungsstörungen im Innenohr
  • Kiefergelenksprobleme (CMD)
  • HWS-Verspannungen
  • Ototoxische Medikamente
  • Morbus Menière

Behandlungsmöglichkeiten

  • Akut: Infusionstherapie, Kortison, Durchblutungsförderung
  • Hörgeräte: Verstärken Umgebungsgeräusche, überdecken den Tinnitus
  • Tinnitus-Noiser: Gezieltes Rauschen zur Gewöhnung
  • TRT: Kombination aus Beratung und Klangtherapie
  • KVT: Goldstandard bei chronischem Tinnitus
  • Stressreduktion: Meditation, Biofeedback, Entspannung

Moderne Hörgeräte-Technologie

Von der Grundfunktion bis zur künstlichen Intelligenz, was heutige Hörgeräte leisten

Moderne Hörgeräte sind Hochleistungscomputer in Miniaturformat. Sie verarbeiten Millionen von Berechnungen pro Sekunde, erkennen automatisch die Hörumgebung und passen sich in Echtzeit an.

Bauformen

Im-Ohr (IdO)

Sitzt vollständig im Gehörgang. Besonders diskret, kaum sichtbar. Maßgefertigt nach Ohrabdruck. Ideal für leichten bis mittleren Hörverlust.

Diskret

Hinter-dem-Ohr (HdO)

Klassische Bauform, hinter der Ohrmuschel. Leistungsstark, alle Schweregrade. Einfache Bedienung, großer Akku, ideal für ältere Nutzer.

Leistungsstark

RIC / RITE

Receiver-in-Canal: Lautsprecher direkt im Gehörgang, Elektronik hinter dem Ohr. Natürlicher Klang, beliebteste Bauform.

Natürlicher Klang

Wiederaufladbar

Kein Batteriewechsel, einfach in die Ladestation legen. Eine Ladung reicht für 24+ Stunden. Ideal bei eingeschränkter Feinmotorik.

Bequem

Technologien im Überblick

🤖 Künstliche Intelligenz (KI)

Moderne Hörgeräte nutzen selbstlernende Algorithmen. Die KI erkennt automatisch Hörumgebungen (Gespräch, Restaurant, Konzert) und passt sich in Echtzeit an.

📶 Bluetooth & Konnektivität

Hörgeräte verbinden sich direkt mit Smartphones, Smart-TVs und Computern. Telefongespräche und Musik werden in Stereoqualität ins Ohr gestreamt.

🎙️ Richtungsmikrofone & Rauschunterdrückung

Mehrere Mikrofone erfassen Schall aus verschiedenen Richtungen. Digitale Signalverarbeitung filtert Störgeräusche gezielt heraus, für natürliches Hören in Gruppen.

💧 Schutz & Robustheit

Moderne Hörgeräte sind nach IP68 zertifiziert, staub- und wasserdicht. Nano-Beschichtungen schützen vor Feuchtigkeit und Körpersäuren.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Gesetzliche Krankenkassen (GKV) übernehmen die Grundversorgung bei medizinisch indiziertem Hörverlust. Der Festzuschuss beträgt aktuell rund 840 € pro Ohr (Stand 2024). Für Modelle mit Bluetooth, KI oder Akku zahlt man die Differenz selbst.

Private Krankenkassen übernehmen in der Regel mehr, abhängig vom Tarif. Wir beraten Sie kostenlos zur optimalen Versorgung.

Gehörschutz & Prävention

Lärmschwerhörigkeit ist 100 % vermeidbar, wenn man rechtzeitig handelt

Gehörschutz tragen

Ab 85 dB Schutz tragen. Wahl: Stöpsel (SNR bis 35 dB), Kapselgehörschutz (bis 40 dB) oder maßgefertigter Schutz für Musiker und Handwerker.

Lärmpausen einhalten

Nach 2 Stunden Lärm brauchen die Haarzellen mindestens 16 Stunden Erholung. Die temporäre Hörschwelle normalisiert sich bei gesunden Ohren, bei wiederholter Belastung nicht mehr vollständig.

Kopfhörer-Volumen

Die 60/60-Regel: Maximal 60 % der Lautstärke, maximal 60 Minuten am Stück. In-Ear mit Noise-Cancelling schützt besser als lauter Hören.

Regelmäßige Hörtests

Bereits ab dem 40. Lebensjahr empfehlen Experten einen Hörtest alle 2–3 Jahre. Früherkennung ermöglicht bessere Versorgung.

Schallpegel Expositionszeit bis zur Schädigung Empfehlung
85 dB8 StundenGehörschutz ab jetzt empfohlen (gesetzlicher Grenzwert)
88 dB4 StundenGehörschutz Pflicht im Betrieb
91 dB2 StundenKurze Exposition, Schutz unbedingt erforderlich
94 dB1 StundeBereits nach 60 Minuten mögliche Schädigung
100 dB15 MinutenKonzert, Diskothek, nur mit Schutz
110 dB2 MinutenSofort Gehörschutz, Entfernung suchen
120 dB+SofortSchmerzgrenze, sofortige Schädigung möglich

Häufig gestellte Fragen

Die wichtigsten Antworten rund ums Hören

Ein Hörgerät wird in der Regel empfohlen, wenn der Hörverlust 35 dB oder mehr beträgt. Bereits bei leichtem Hörverlust kann es sinnvoll sein, wenn Sie im Alltag Einschränkungen wahrnehmen. Ein kostenloser Hörtest bei Sonaris gibt Ihnen Klarheit.

Ja. Bei medizinisch indiziertem Hörverlust übernimmt die GKV die Kosten für eine Grundversorgung. Der Festzuschuss beträgt rund 840 € pro Ohr. Für Geräte mit erweitertem Komfort zahlt man die Differenz selbst.

Die Eingewöhnung dauert in der Regel 4–12 Wochen. Das Gehirn muss sich daran gewöhnen, Klänge wieder zu verarbeiten. Mit professioneller Begleitung gelingt sie deutlich schneller.

Schallleitungsschwerhörigkeit (z. B. durch Ohrenschmalz) kann sich nach Behandlung oft vollständig zurückbilden. Schallempfindungsschwerhörigkeit durch geschädigte Haarzellen ist dauerhaft. Ein akuter Hörsturz kann sich bei schneller Behandlung (innerhalb von 48 Stunden) erholen.

Ein Hörgerät verstärkt Schallwellen und nutzt das noch vorhandene Gehör, nicht-invasiv und jederzeit abnehmbar. Ein Cochlea-Implantat (CI) ist chirurgisch eingesetzt und stimuliert den Hörnerv direkt. Es wird eingesetzt, wenn Hörgeräte nicht mehr ausreichen.

  • Unter 40 Jahre, keine Beschwerden: Alle 5 Jahre
  • Ab 40 Jahre: Alle 2–3 Jahre
  • Ab 60 Jahre: Jährlich
  • Bei beruflicher Lärmexposition: Jährlich (Pflicht nach ArbSchG)

Der Hörtest bei Sonaris ist kostenlos und dauert nur ca. 20 Minuten.

Kopfhörer sind dann gefährlich, wenn sie zu laut und zu lange genutzt werden. In-Ear-Kopfhörer bei max. Lautstärke erreichen bis zu 110 dB. Sichere Nutzung: Max. 60 % Lautstärke, max. 60 Minuten ohne Pause.

Ein Hörsturz ist ein medizinischer Notfall. Sofort zum HNO-Arzt oder in die Notaufnahme, ideal innerhalb von 24 Stunden. Etwa 50–70 % der Patienten erholen sich bei schneller Behandlung vollständig oder teilweise.

Hörgeräte-Preise reichen von 0 € (zuzahlungsfreie Kassenmodelle) bis ca. 3.500 € pro Ohr für Premium-Geräte mit Bluetooth, Akku und KI-Geräuschunterdrückung. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt rund 840 € pro Ohr. Bei Sonaris in Berlin Lichtenberg beraten wir Sie ausführlich und transparent zu allen Preisklassen.

Ein Hörtest bei Sonaris in Berlin Lichtenberg dauert ca. 20 Minuten und ist kostenlos. Ablauf:

  1. Ohrenspiegelung (Otoskopie) — Sichtkontrolle des Gehörgangs
  2. Tonaudiometrie — Bestimmung der Hörschwelle pro Frequenz
  3. Sprachaudiometrie — Sprachverstehen in Ruhe und im Lärm
  4. Auswertung — ausführliches Gespräch mit unseren Hörakustik-Meistern

Ja. Bei Sonaris können Sie alle Hörgeräte vor dem Kauf kostenlos und unverbindlich 1–2 Wochen Probe tragen. So erleben Sie das Gerät im echten Alltag, bei der Arbeit, im Restaurant, im Gespräch, bevor Sie sich entscheiden.

Sonaris Hörakustik Meisterbetrieb finden Sie in der Bürgerheimstraße 19, 10365 Berlin — zentral in Berlin Lichtenberg. Gut erreichbar mit S-Bahn, Tram und Bus, Parkplätze direkt vor der Tür. Wir betreuen auch Kunden aus Karlshorst, Friedrichshain, Rummelsburg, Hohenschönhausen und Marzahn.

Im-Ohr-Geräte (IdO) sitzen unsichtbar im Gehörgang, besonders diskret, geeignet für leichten bis mittleren Hörverlust.

Hinter-dem-Ohr-Geräte (HdO) liegen außen am Ohr, sind leistungsstärker, haben längere Akku-Laufzeiten und eignen sich für alle Hörverluste bis hin zu hochgradig.

Moderne Hörgeräte halten bei guter Pflege 5–7 Jahre. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt nach 6 Jahren eine Neuversorgung. Mit regelmäßiger Wartung — bei Sonaris 1–2× jährlich kostenlos — läuft Ihr Gerät zuverlässig die volle Lebensdauer.

Glossar, Fachbegriffe erklärt

Die wichtigsten audiologischen Begriffe verständlich erklärt

Audiogramm
Grafische Darstellung der Hörschwelle bei verschiedenen Frequenzen. Grundlage jeder Hörgeräteversorgung.
Audiologie
Medizinische Fachrichtung, die sich mit der Physiologie und Pathologie des Hörvermögens befasst.
Cerumen
Medizinische Bezeichnung für Ohrenschmalz. Schützt den Gehörgang, kann bei Verhärtung den Schallfluss blockieren.
Cochlea
Die schneckenförmige Hörschnecke im Innenohr mit rund 15.000–16.000 Haarzellen.
Cochlea-Implantat (CI)
Elektronische Hörprothese, die direkt den Hörnerv stimuliert. Für schwere bis hochgradige Schwerhörigkeit.
dB HL
Dezibel Hearing Level, Maßeinheit für Hörverlust. Gibt an, wie viel lauter ein Ton sein muss, damit eine Person ihn wahrnimmt.
Eustachische Röhre
Verbindungsgang zwischen Mittelohr und Nasopharynx. Reguliert den Druckausgleich.
Fitting
Anpassung und Feinabstimmung eines Hörgeräts an die individuelle Hörkurve durch den Hörakustiker.
Frequenz (Hz)
Anzahl der Schwingungen pro Sekunde. Tiefe Töne = geringe Frequenz, hohe Töne = hohe Frequenz.
Haarzellen
Sensorische Zellen in der Cochlea. Einmal beschädigt, regenerieren sie sich beim Menschen nicht.
Hörnerv
Nervus vestibulocochlearis, leitet elektrische Impulse von der Cochlea zum Gehirn.
Hörsturz
Plötzlicher, einseitiger Hörverlust ohne erkennbare äußere Ursache. Medizinischer Notfall.
Hyperakusis
Überempfindlichkeit gegenüber Alltagsgeräuschen. Oft kombiniert mit Tinnitus.
Morbus Menière
Erkrankung mit Schwindel, Tinnitus, Druckgefühl und Hörverlust. Ursache: erhöhter Endolymphdruck.
Ototoxisch
Substanzen (Medikamente, Chemikalien), die das Innenohr schädigen. Über 200 bekannte Wirkstoffe.
Otosklerose
Verknöcherung des Steigbügels im Mittelohr. Operativ gut behandelbar (Stapedektomie).
Presbyakusis
Altersschwerhörigkeit. Natürlicher Rückgang des Hörvermögens besonders in hohen Frequenzen.
Rückkopplung
Pfeifton bei Hörgeräten. Moderne Geräte unterdrücken dies automatisch.
Tinnitus
Wahrnehmung von Ohrgeräuschen ohne äußere Schallquelle. Akut (heilbar) oder chronisch (behandelbar).
Tonaudiogramm
Standardisierter Hörtest mit Tönen verschiedener Frequenzen und Lautstärken. Grundlage der Hörgeräteanpassung.
Trommelfell
Dünne Membran am Ende des Gehörgangs. Wandelt Schallwellen in mechanische Schwingungen um.
Verstärker
Komponente im Hörgerät, die Schallsignale digital verarbeitet und verstärkt. Moderne mit KI-Algorithmen.

Quellen

  1. World Health Organization (2021): World Report on Hearing. who.int
  2. Welttag des Hörens (2021): WHO World Report on Hearing, 10 Millionen Menschen in Deutschland. welttag-des-hoerens.de
  3. Deutsche Tinnitus-Liga e. V.: Tinnitus, Häufigkeit und Fakten. tinnitus-liga.de
  4. Springer Medizin (2024): Die WHO-Klassifikation von Hörverlusten. springermedizin.de
  5. Deutsches Ärzteblatt: Schwerhörigkeit im Alter. aerzteblatt.de
  6. Gesundheitsinformation.de (IQWIG): Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit bei Erwachsenen. gesundheitsinformation.de
  7. BARMER Krankenkasse: Tinnitus: Ursachen, Symptome, Behandlung. barmer.de
  8. DGUV, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung: Lärmschwerhörigkeit verhindern. dguv.de
  9. Lancet Commission on Dementia Prevention (2020): Dementia prevention, intervention, and care. The Lancet, 396(10248), 413–446.
  10. MSD Manual (Patientenausgabe): Hörverlust. msdmanuals.com

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