Eine kompakte Entscheidungshilfe für Bauunternehmen und Verantwortliche im Arbeitsschutz, mit den Förderbedingungen der BG BAU, geprüft am 22. Oktober 2026.
Trennschleifer, Abbruchhammer, Rüttler: Auf Baustellen ist Lärm Alltag. Welche Pflichten daraus folgen, hängt von der ermittelten Lärmexposition ab, nicht vom Eindruck vor Ort. Den allgemeinen Überblick für alle Einsatzbereiche finden Sie in unserer Gehörschutz-Übersicht.
Lärmerkrankungen haben laut BG BAU einen hohen Stellenwert im Berufskrankheiten-Geschehen. Gehörschutz hilft, lärmbedingten Hörschäden vorzubeugen, aber nur, solange er sitzt. Wer ihn bei lauter Arbeit immer wieder herausnimmt, etwa für ein Gespräch, verliert einen Teil der Schutzwirkung. Passform und Tragekomfort zählen deshalb so viel wie die Dämmung. Dass jeder Hörverlust ausbleibt, garantiert auch konsequentes Tragen nicht.
Jeder Auslösewert gilt für zwei Größen: den Tages-Lärmexpositionspegel, gemittelt über eine Achtstundenschicht, und den Spitzenschalldruckpegel, den Höchstwert des momentanen Schalldruckpegels (§ 2, § 6).
Eine einzelne App-Messung ersetzt diese Bewertung nicht. Die Dämmung des Gehörschutzes zählt hier nicht mit.
Unter dem Gehörschutz darf der Lärm am Ohr 85 dB(A) bzw. 137 dB(C) nicht überschreiten (§ 8 Abs. 2). Mehr Dämmung ist nicht automatisch besser: Die BG BAU verlangt, Filter nach Lärm und notwendiger Kommunikation auszuwählen. Wichtig sind außerdem:
Für alle Bauformen gibt es Produkte mit niedriger und hoher Dämmung. Laut BG BAU ist vollständiger Schutz mit allen Gehörschutzarten erreichbar. Welche Form passt, hängt von Arbeitsplatz, Lärmbelastung, Passform und weiteren Anforderungen ab.

Werden vor dem Einsetzen zu einer dünnen Rolle geformt, sofort tief in den Gehörgang gesetzt und kurz gehalten, bis sie sich angelegt haben.

Vorgeformt und je nach Herstellerangaben mehrfach verwendbar. Die Größe muss zum Gehörgang passen, eine Lamelle muss vollständig abdichten. Regelmäßig reinigen.

Die Kapseln umschließen beide Ohrmuscheln. Sie müssen mit Schutzbrille, Atemschutz oder Helm zusammenpassen, sonst leidet der Dichtsitz. Dichtungskissen regelmäßig prüfen.

Abgebildet: Hörluchs HA UNLIMITED. Bild: Hörluchs®
Gehörschutz, kein Hörgerät: nach einem Ohrabdruck individuell gefertigt, oft mit Filter. Funktionskontrolle vor der ersten Verwendung, danach spätestens alle drei Jahre.
Beispielabbildungen verschiedener Gehörschutzformen. Die Auswahl richtet sich nach den Anforderungen am Arbeitsplatz. Weitere Varianten sind Bügelstöpsel und Helm-Kapsel-Kombinationen. Der abgebildete Hörluchs HA UNLIMITED ist ein maßgefertigter Gehörschutz aus Lichtpolymerisat. Laut EU-Baumusterprüfbescheinigung Nr. 1702202-a der PZT GmbH (gültig bis 22.12.2027) ist er mit den Filtern HLM15, HLM20, HLM25 und HLM30 nach EN 352-2:2020 geprüft. Welcher Filter zum Arbeitsplatz passt und ob eine BG-BAU-Förderung möglich ist, muss jeweils gesondert geklärt werden.
Schaumstoffstöpsel dämmen deutlich weniger, wenn sie nicht richtig gerollt oder nicht tief genug eingesetzt werden. Auch eine unpassende Größe, ein undichter Sitz oder Verrutschen mindern die Wirkung. Wer den Gehörschutz im Lärm zeitweise herausnimmt, ist in dieser Zeit ungeschützt. Die Dämmwerte auf der Verpackung stammen aus Prüfungen unter Laborbedingungen. Wie sie im Betrieb anzusetzen sind, muss fachlich beurteilt werden. Der Preis allein sagt wenig über die Schutzwirkung.
Eine Maßanfertigung kann Vorteile haben: individuelle Anpassung, je nach Person mehr Tragekomfort und eine kontrollierbare Passform. Auch Otoplastiken müssen richtig eingesetzt, gepflegt und auf ihre Funktion geprüft werden.
Geprüft am 22. Oktober 2026, „Anforderungen und Hinweise“ vom 10.09.2026. Maßgeblich sind die aktuellen Angaben der BG BAU. Die Prämie ist ein Zuschuss, solange Fördermittel verfügbar sind, keine Kostenübernahme. Andere Berufsgenossenschaften haben eigene Regeln.
| Punkt | Bedingung laut BG BAU |
|---|---|
| Wer beantragt | Gewerbliche Mitgliedsunternehmen ab einer beschäftigten Person mit abgeschlossenem Lohnnachweis des Vorjahres, außerdem freiwillig versicherte Unternehmer ohne Beschäftigte. Nicht einzelne Beschäftigte. Keine Förderung bei Beitragsrückständen oder Insolvenz. |
| Förderfähig | In-Ohr-Otoplastiken mit Verbindungsschnur und passivem Filter, mit elektronischer Zusatzausrüstung oder mit Metalleinlage zur Detektion, nur bei ständiger Tragepflicht. Nicht: Ausführungen etwa zum Musikhören. |
| Höhe | 50 % der Anschaffungskosten, höchstens 100 Euro pro Maßnahme. „Pro“ bezieht sich laut BG BAU auf die Stückzahl. Ob ein Paar oder eine Person als eine Maßnahme zählt, nennen die Unterlagen nicht. Bitte vorher bei der BG BAU klären. |
| Budget des Betriebs | 25 % bis 5 % des BG-Beitrags im Vorjahr, mindestens 100 und höchstens 20.000 Euro je Kalenderjahr. Kleinere Betriebe können ansparen, Unternehmer ohne Beschäftigte erhalten bis 250 Euro. |
| Rechnung | Auf das antragstellende Unternehmen, mit Filterart, Hersteller, Modellbezeichnung und Artikelnummer. Beim Einreichen höchstens 365 Tage alt. |
| Funktionsprüfung | Erste Funktionskontrolle mit der Auslieferung, also vor der ersten Verwendung, danach alle drei Jahre. Der Betrieb verpflichtet sich dazu und gegebenenfalls zu einem Fragebogen. Einzelheiten nennen die aktuellen BG-BAU-Anforderungen. |
Beobachtungsstudien zeigen, dass Menschen mit Hörverlust häufiger kognitiv abbauen und ein höheres Demenzrisiko haben. Demenz ist dabei der Oberbegriff, Alzheimer eine ihrer Formen. Ein solcher Zusammenhang belegt noch keine Ursache. Davon zu trennen ist die Frage, ob Hörgeräte den Abbau bremsen: In der ACHIEVE-Studie mit älteren Erwachsenen zeigte eine Hörversorgung über drei Jahre in der Gesamtgruppe keinen Effekt, in einer Zweitauswertung aber bei Personen mit mehreren Risikofaktoren einen langsameren Abbau. Diese Ergebnisse betreffen Hörgeräte, nicht Gehörschutz. Gehörschutz dient der Vorbeugung lärmbedingter Hörschäden. Dass er Demenz verhindert, ist nicht belegt.
In der Bürgerheimstraße 19 in Berlin-Lichtenberg beraten wir Beschäftigte und Teams zu maßgefertigtem Gehörschutz und nehmen den Ohrabdruck vor Ort, gefertigt wird mit dem Hersteller Hörluchs. Rufen Sie an oder schreiben Sie uns über die Kontaktseite, wie viele Personen es betrifft und welche Arbeiten anfallen. Über Eignung und Förderung entscheiden Arbeitgeber und BG BAU, nicht sonaris Hörakustik.
Für erforderlichen Gehörschutz nicht. Kosten für Maßnahmen nach dem Arbeitsschutzgesetz darf der Arbeitgeber den Beschäftigten nicht auferlegen (§ 3 Abs. 3 ArbSchG). Ein Anspruch auf eine bestimmte Maßanfertigung folgt daraus aber nicht.
Nach dem Kauf. Der Antrag wird online mit der Rechnung gestellt, die beim Einreichen nicht älter als 365 Tage sein darf. Maßgeblich ist das Rechnungsdatum. Vor der Bestellung lohnt sich ein Blick, ob Fördermittel verfügbar sind und das Budget des Betriebs reicht.
Nein. Die Arbeitsschutzprämien der BG BAU gelten für ihre Mitgliedsunternehmen. Ob und zu welchen Bedingungen ein anderer Unfallversicherungsträger Gehörschutz bezuschusst, erfragen Sie dort direkt.
Alle Quellen abgerufen am 22.10.2026.
Wir beraten Beschäftigte und Teams zu maßgefertigtem Gehörschutz und nehmen den Ohrabdruck direkt bei uns in Berlin-Lichtenberg.