Viele Menschen fragen sich, ob ein Hörverstärker aus dem Internet reicht oder ob ein Hörgerät sinnvoller wäre. Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede, ohne Umwege und ohne Kaufdruck.
Ein Hörverstärker ist ein einfaches elektronisches Gerät, das Umgebungsgeräusche pauschal lauter macht. Es verstärkt alles gleichmäßig, ohne auf bestimmte Frequenzen oder auf eine persönliche Hörsituation einzugehen. Hörverstärker sind ohne Rezept oder Fachberatung erhältlich, zum Beispiel im Versandhandel oder in Drogeriemärkten.
Sie sind für Menschen gedacht, die in bestimmten Situationen gelegentlich etwas lauter hören möchten, ohne dass ein diagnostizierter Hörverlust vorliegt. Wer zum Beispiel beim Fernsehen manchmal einen kleinen Schub braucht und kein medizinisches Hörleiden hat, kann in manchen Situationen von einem einfachen Hörverstärker profitieren.
Ein Hörverstärker ist kein Medizinprodukt und darf nicht als solches beworben werden. Für Menschen mit diagnostiziertem Hörverlust ist er in der Regel nicht ausreichend, weil er nicht weiß, welche Frequenzen das Gehör tatsächlich braucht.
Ein Hörgerät ist ein zertifiziertes Medizinprodukt, das individuell auf den Hörverlust einer Person angepasst wird. Grundlage ist ein Hörtest, bei dem das Gehör in verschiedenen Frequenzbereichen gemessen wird. Danach wird das Hörgerät so eingestellt, dass es genau die Bereiche unterstützt, in denen das Gehör nachlässt.
Hörgeräte können zwischen Sprache und Hintergrundgeräuschen unterscheiden, Umgebungen erkennen und sich anpassen, sowie Töne aus einer bestimmten Richtung gezielt verstärken. Je nach Technikklasse unterscheiden sich die Möglichkeiten erheblich. Die individuelle Anpassung durch einen Hörakustik-Meister ist ein wesentlicher Teil der Versorgung.
Hörgeräte werden durch Hörakustiker angepasst. Die fachkundige Beratung und die langfristige Nachbetreuung sind dabei genauso wichtig wie das Gerät selbst.
Die Unterschiede zwischen den beiden Gerätetypen lassen sich sachlich nebeneinanderstellen. Diese Tabelle soll helfen, eine erste Einordnung zu finden.
| Hörverstärker | Hörgerät (Fachgerät) | |
|---|---|---|
| Anpassung | Keine individuelle Anpassung | ✓Nach individuellem Hörtest angepasst |
| Hörtest erforderlich | Nein | ✓Ja, Grundlage für individuelle Einstellung |
| Klangverarbeitung | Allgemeine Verstärkung aller Frequenzen | ✓Frequenzspezifisch, auf Hörverlust abgestimmt |
| Sprachverstehen im Lärm | Kaum Unterstützung | ✓Je nach Technikklasse |
| Beratung und Betreuung | Keine | ✓Persönliche Beratung und Nachbetreuung |
| Krankenkasse | Keine Übernahme | ✓Zuschuss bei medizinischer Notwendigkeit möglich |
| Langfristige Betreuung | Keine | ✓Nachbetreuung, Service, Nachjustierung |
| Geeignet für | Gelegentliche, leichte Hörsituationen ohne diagnostizierten Hörverlust | ✓Individuell festgestellten Hörverlust |
Diese Übersicht ist eine allgemeine Orientierung. Was im Einzelfall passt, zeigt erst ein Hörtest.
Hörverstärker haben ihren Platz. Wer kein diagnostiziertes Hörleiden hat und nur gelegentlich in bestimmten Situationen etwas mehr Lautstärke braucht, kann damit gute Erfahrungen machen. Das ist keine Fehlinformation, sondern eine ehrliche Einordnung des Produkts.
Schwieriger wird es, wenn ein Hörverstärker als Ersatz für eine fachkundige Versorgung genutzt wird, obwohl ein echter Hörverlust vorliegt. Dann unterstützt er die Bereiche des Gehörs nicht, die tatsächlich Hilfe brauchen, weil er schlicht nicht weiß, welche das sind.
Ob ein Hörverstärker ausreicht oder ob ein Hörgerät sinnvoller wäre, lässt sich erst nach einem Hörtest sagen. Ohne Messung bleibt das eine Vermutung. Der Hörtest bei sonaris ist kostenlos und dauert etwa 20 Minuten.
Hörverlust ist selten gleichmäßig. Meistens sind bestimmte Frequenzbereiche stärker betroffen als andere, häufig die hohen Töne, die für Sprachverständlichkeit wichtig sind. Ein Hörgerät kann nur dann sinnvoll helfen, wenn es weiß, in welchen Bereichen das Gehör nachlässt.
Der Hörtest beim Hörakustiker misst das Gehör in verschiedenen Frequenzen. Das Ergebnis, das Audiogramm, zeigt, wie gut das Gehör bei unterschiedlichen Tonhöhen ist. Auf dieser Grundlage wird das Hörgerät eingestellt.
Messung des Gehörs in verschiedenen Frequenzen. Kostenlos, dauert etwa 20 Minuten, keine Überweisung nötig.
Das Audiogramm zeigt, ob und in welchen Bereichen das Gehör nachlässt. Das ist die Grundlage für die weiteren Schritte.
Auf Basis des Hörtests wird ein Hörgerät ausgewählt, das zum Hörverlust, zum Alltag und zum Budget passt. Kein Kaufzwang.
Das Hörgerät wird individuell eingestellt und kann 1 bis 2 Wochen kostenlos und unverbindlich im echten Alltag getragen werden.
Wie ein Hörtest genau abläuft: Schritt für Schritt erklärt →
Hörverstärker werden von der gesetzlichen Krankenkasse nicht erstattet. Sie gelten nicht als Medizinprodukt, daher besteht kein Anspruch auf einen Kassenzuschuss.
Für Hörgeräte gilt das anders: Gesetzliche Krankenkassen zahlen bei diagnostiziertem Hörverlust und ärztlicher Verordnung einen Festbetrag. Es gibt aufzahlungsfreie Modelle, die vollständig über die Kasse abgerechnet werden. Ob und in welchem Umfang die Kasse zahlt, hängt vom individuellen Befund und der Art des Hörgeräts ab.
Alles zu Kassenbeiträgen, Eigenanteil und aufzahlungsfreien Modellen erklären wir auf unserer Seite zu Hörgeräte-Kosten und auf der Seite zu Kassenhörgeräten in Berlin.
Ein kostenloser Hörtest zeigt, wie es um Ihr Gehör steht. Kein Druck, keine Verpflichtung. Danach wissen Sie, womit Sie es zu tun haben.
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Nein. Ein Hörverstärker ist ein einfaches Gerät, das Geräusche pauschal lauter macht. Ein Hörgerät ist ein zertifiziertes Medizinprodukt, das nach einem Hörtest individuell auf den Hörverlust einer Person angepasst wird. Die Technologie und die Art der Anpassung unterscheiden sich erheblich.
In der Regel nicht. Ein Hörverstärker kann für gelegentliche, leichte Situationen ohne diagnostizierten Hörverlust geeignet sein. Für Menschen mit festgestelltem Hörverlust ist eine individuelle Anpassung durch einen Hörakustiker in der Regel sinnvoller, weil das Hörgerät dann gezielt die Frequenzen unterstützt, die tatsächlich nachlassen.
Das lässt sich erst nach einem Hörtest beurteilen. Hörverstärker unterstützen alle Frequenzbereiche gleichmäßig. Bei Schwerhörigkeit sind häufig nur bestimmte Frequenzen betroffen. Ein individuell angepasstes Hörgerät kann diese Bereiche gezielt ausgleichen, was zu einem deutlich besseren Sprachverstehen führen kann.
Weil Hörverlust selten gleichmäßig ist. Ein Hörtest zeigt, in welchen Frequenzbereichen das Gehör nachlässt. Auf dieser Grundlage kann das Hörgerät gezielt eingestellt werden, statt alle Töne pauschal lauter zu machen. Ohne Messung wäre die Anpassung eine Vermutung.
Nein. Hörverstärker sind keine Medizinprodukte und werden von der gesetzlichen Krankenkasse nicht erstattet. Es besteht kein Anspruch auf einen Kassenzuschuss.
Gesetzliche Krankenkassen zahlen bei diagnostiziertem Hörverlust und ärztlicher Verordnung einen Festbetrag für Hörgeräte. Es gibt auch aufzahlungsfreie Modelle, die vollständig über die Kasse abgerechnet werden. Ob und in welchem Umfang die Kasse zahlt, hängt vom individuellen Befund ab.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Wer keinen diagnostizierten Hörverlust hat und gelegentlich etwas mehr Lautstärke braucht, kann mit einem Hörverstärker gute Erfahrungen machen. Bei festgestelltem Hörverlust ist ein individuell angepasstes Hörgerät in der Regel besser geeignet, weil es gezielt dort hilft, wo das Gehör nachlässt. Ob und welche Versorgung sinnvoll ist, zeigt erst ein Hörtest.
Bei sonaris Hörakustik in der Bürgerheimstraße 19 in Berlin-Lichtenberg. Der Hörtest ist kostenlos, dauert etwa 20 Minuten und verpflichtet zu nichts. Termine können telefonisch unter 030 – 60 40 27 48 oder online vereinbart werden.
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